„Es war nicht alles schlecht“, schreibt er in seinem Roman. Ja, wer sagt das denn wohl? Adolf Hitler oder seine neu gewonnenen Fans im 21. Jahrhundert. Der Roman ist irgendwie erschütternd, er hat mich gepackt. Da gibt es eine „historische Schiene“ des „auferstandenen Führers“ der seinen Kampf wieder aufnimmt. Er war plötzlich wieder in Berlin aufgewacht, auf einer Brache, mit nunmehr 66 Jahren. Die Absurdität dieses Buches ist oft überhaupt nicht lustig, er meint alles so wie er es sagt, er will erneut an die Macht, Deutschland und die Welt säubern – und doch sieht die Gesellschaft ihn als Komiker. Zuerst verpönen sie ihn, dann feiern sie – wie war das nochmal vor dem 2. Weltkrieg? Das coolste an diesem Buch ist die Unwissenheit des Protagonisten – er hat ja so vieles verpasst!? Hier kommt die „hier und jetzt Schiene“ – einfach nur köstlich geschrieben. Ja, auch er schafft es dank dem Internet innert kürzester Zeit X-tausende Fans zu bekommen, er lacht sich ins Fäustchen und fragt sich, „wie weit wäre ich wohl 1940 gekommen, wenn ich das „Internez“ gehabt hätte?“. Das Buch zeigt auch die Grenzen der Akzeptanz auf – was ist Satire, was ist Komik, was ist Realität. Der Neuzeit Hitler durfte als Fernsehsternchen subito alles tun was er früher tat, Rassismus, Hetze und vieles mehr – ihr erinnert euch ja. Als Leserin erschütterte mich, wie Vermes die heutigen Menschen beschreibt – die haben wohl den Verstand verloren, solch bescheuerte Fernsehserien zu produzieren, Hartz 4 einzuführen, Türken die Geschäftsführung zu erlauben und ach – lest es doch einfach – ab und an wirklich Gänsehaut des Schreckens.

Diese Buch bekommt von mir 4.5 Punkte
Er ist wieder da, Timur Vermes, Eichborn (396 S.)