Federica de Cesco hat mir dank diesem Roman einen unfassbaren Einblick in die Geschichte Tibets geschenkt. Unglaublich was diese Menschen alles erleben mussten. Aus der Sicht einer Schweizer Architektin (Dolkar) die erst spät von Ihrer Mutter auf das Geschehene zu sprechen kommt – äusserst wiederwillig – die Vergangenheit soll besser ruhen. Wie viel Geschichte darf man von seinen Eltern „einfordern“? Was wäre wenn? Dolkar MUSS auf einmal alles erfahren, irgendwas treibt sie so sehr an, dass sie ihre Mutter und ihren Onkel an die Vergangenheits-Grenzen und darüber hinaus treibt – was ist damals bei eurer Flucht geschehen – ich will nur das wissen? Das NUR wird zu einer Geschichte von vier Generationen, damals reichen Tibetern, die alles – wirklich alles verloren haben.

Ich war mir persönlich nicht bewusst, dass die Chinesen ein überaus räuberisches und zerstörerisches Volk waren. Eigentlich gab es fast nur den Tod wenn man in Tibet geblieben ist – den Tod auf der Flucht – oder den Tod in einem sogenannten Arbeitslager. Tja, und keiner hat diesen Genozid ernst genommen, niemand hat geholfen, alle haben geschwiegen. Also zu lesen gibt es: Historie, Familien- & mehrere Liebesgeschichten. Einfach toll.

Ich gebe diesem Buch fünf Punkte, Verlag blanvalet, 542 Seiten