Beim Lesen dieses Buches habe ich mir tatsächlich überlegt, ob sich im Alter die „Leseempfindung“ ändert. Was ich damit meine… Kann mich eine Geschichte derart nerven, dass ich das Buch nicht fertig lese weil ich so was gar nicht erleben möchte? Im richtigen Leben wäre ich unter solchen Begebenheiten nicht auf den Kilimandscharo gegangen – hätte mich einfach verdrückt, aber Alice bleibt dran. Warum? Sie hat eine exklusive „Allein-Reise“ gebucht: ein Träger, ein Koch und ein Bergführer nur für Alice. Sie hat wohl gedacht, dass der Berg auch nur auf sie alleine wartet – weit daneben?!?! Der Roman kommt mir wie eine Reise in die Zukunft vor – Überbevölkerung wo hin man auch geht, Verblödung der Menschheit und vor allem auch einen Blick in die Zukunft der Schweiz. Da ich in letzter Zeit mit vielen Todesfällen konfrontiert wurde und auch meine Zukunft, mein Altwerden Thema sind – macht das Buch fast schon etwas Angst. Zu viele Leute auf diesem Planeten in dieser Schweiz können ja nur ins Bizarre führen. Der zweite Teil beschreibt nach ihrer Rückkehr ihren persönlichen Aufstieg ins Bundeshaus, oder doch nicht? Hier verschlägt es einem ob der ironischen Schreibe sogar die Sprache – denn so denke ich – könnte es echt eintreffen. Wir Schweizer wägen uns in unseren festgefahrenen Werten und merken nicht, dass es auch bei uns bergab geht. Was bringt uns den die Zukunft wirklich? Liebe Heidi Lang, ihr Roman hat mich als „Alleine-Frau“ oft genervt – wie blöd kann „Frau“ denn nur sein. Ich finde alleweil, dass dieses Buch gelesen werden sollte. Einen Tipp an Heidi Lang: Lesen Sie „Der Wille des Volkes von Charles Lewinsky“ der geht noch weiter – in den absoluten Überwachungsstaat Schweiz.

Ich gebe diesem Buch 4 Punkte, 144 Seiten. ISBN 978-3-9523658-7-8