„Top Krimi“ heisst es auf dem Cover – ich würde sagen, das ist ja mal wieder ein fetter Thriller. Etwas „sehr“ gruselig meines Erachtens. Ja, ich habe ihn trotzdem fertig gelesen (502 Seiten). Dank #AnjaBerger werde ich langsam sogar Thriller-Lese-Fähig. 🙂

Fasnacht in Basel mal ganz anders. Das Versteckspiel nimmt einzigartige Dimensionen an. Plötzlich wird man sich bewusst wie einfach es eigentlich sein kann jemanden zu eliminieren. Man gehe an den Morgenstreich, verkleide sich und …

Nein, noch viel komplexer ist das Buch. Da sind die Polizisten Colin Jäger, Waldi, Carolina (Waldis Schwester) – Tessa die TV Köchin Betty la Cook, ihr Manager Jürgen, ihre Freundin Nathalie und Freund Jean. Was sie verbindet ist der Mörder/die Mörderin.

Plötzlich tauchen während der Basler Fasnacht „Puppen“ auf – die bei näherer Betrachtung äusserst präzis-ausgestopfte Menschen sind. Echt krass, wie Anja Berger diesen mörderischen Tötungs- und Ausstopfungsprozess beschreibt (die Opfer leben übrigens noch während des …. Ekelerregende, widerliche, unmenschliche Szenen stellt sie dar – das Leid der Opfer überstieg oft meine „Lesegrenze“. Bin ab und an ein Weichei. Eigentlich ist man dem Täter oft so nah, dass es einem schon weh tut – warum „schrott noch mal“ merken die Bullen das nicht! Bei einer Verfolgungsjagt wird dann Carolina ermordet – tja, von wem wohl? Zack, es folgen sechs ruhige Jahre ohne dass sie den Täter finden, der Tod von Carolina nicht geklärt wird und dann fängt alles von vorne an.

Die Erinnerungen erdrücken Colin und Waldi und doch müssen sie da durch – vergessen hab ich, Colin war der Freund von Carolina. Jetzt kommt Tessa ins Spiel „Visier“. Colin verliebt sich – Tessa auch, der Täter…?

Reset: Fasnacht in Basel und diverse Puppen werden wieder gefunden und präsentiert. Wirklich perfid die ganze Sache. Ein wichtiger Bestandteil des ganzen Buches ist das Tagebuch des Täters – hier bekommt die präparierte Mutter im Keller plötzlich eine wichtige Rolle – was soll denn das nun noch? Wessen Mutter, welchen Vater, welche Kinder – jeder ist mit jedem verknüpft oder doch nicht, warum fängt das alles an – nachdem sich Colin verliebt hat? Ja, Colin ist der Grund warum so viele Menschen sterben müssen (ist für ihn verständlicherweise eine grosse Belastung – und wirft ihn auch ein bizeli aus dem Konzept) – und doch erschliesst sich einem der Grund nicht so flott, dann denkt man – ah, jetzt weiss ich wer es ist und puff nö, is nicht. Ehrlich gesagt, müsste man aus diesem Buch einen Film machen.

Das Buch bekommt von mir 4 Punkte (von 5)

Der Menschenpräparator von Anja Berger, Knaur Verlag

ISBN: 978-3-426-21658-3