Was für bühnengerechte Biographien es doch gibt und keiner kennt sie? Ein spannendes Detail zu dieser biographischen Spurensuche von #AlbertTFischer ist folgende: Das Buch handelt von Terezija Skringer – also einer Frau. Erklärt mir als Frau, warum diese Geschichte

  1. Nicht schon früher veröffentlicht wurde?
  2. Niemand sie kennt?
  3. Wohlweislich der Mann in der Geschichte sogar heiliggesprochen wurde?

Immer wieder das gleiche, Männer werde gefeiert, Frauen vergessen! Das Buch beschreibt in seiner Gänze die Klischees mit denen damals – und auch heute – über Frauen, Religion und Männer gedacht und geurteilt wurde.

Ich wusste ja wirklich nichts über den Krieg in Kroatien, Serbien und so? Ich weiss auch jetzt nicht viel mehr, aber ich glaube es ist wichtig mehr zu wissen. Dieser Balkankonflikt ist mir fast so fremd wie der Dauerkrieg in Syrien. In diesen politischen 1. Welt-Kriegswirren findet sich die Geschichte der Terezija Skringer die mit dem umstrittenen Kardinal Alojzije Stepinac die Kroatische Caritas aufbaut und lenkt. Die Geschichte führt ebenfalls in die Schweiz, da Resa dort, mir nichts dir nichts ihre zwei Söhne zurücklässt. Der Vater, jedoch nicht der Mann, heiratet eine Deutsche, wird ein erfolgreicher Hotelier und die zwei Welten kreuzen sich trotz widriger Umstände immer wieder (dank den Söhnen).

Pepe einer der unehelichen Söhne und Fischers Cousin wird der wichtigste Geschichten- & Datenlieferant. Er erzählt viel von seiner streng gläubigen Mutter, die auch von den Nazis verhaftet wurde und ach so vieles mehr erlebt hat. Er behauptet sogar, dass Resas Vater kein anderer als der österreichisch-ungarische Kaiser Franz Josef I. gewesen sein soll. Da, nach Pepes Tod alle Unterlagen weggeworfen wurden – gibt es für vieles keine Beweise mehr, so entstehen beim Leser auch einige??? Klar ist für mich: es ist eine äusserst interessante und aufschlussreiche Lebens-Geschichte, Kriege haben sehr viel mit Religion und der scheinheiligen Verleugnung und Vertuschung der Taten der Kirche zu tun – vor, während und nach dem Krieg; Rollenbildern, damals wie heute und für Fischer wichtig – es ist immer sehr schwierig sich mit der Geschichte der eigenen Sippe zu befassen. Bravo und danke für dieses Buch. Ach Resas Grab ist im Tessin – Ruhe in Frieden.

Das Buch bekommt von mir 4 Punkte (von 5)

Die Sünderin und der Heilige, Albert T. Fischer, Münster Verlag, 200 Seiten