Warum ist mein Leben doch lebenswert? Als Alkoholiker #JohnCallahan (#JoaquinPhoenix) mit seinem Saufkumpan Dexter (#JackBlack) eine exzessive Partynacht durchsäuft – endet sie wie fast vorhersehbar mit einem Crash. John wacht querschnittgelähmt im Spital auf und tja, verzweifelt an seinem Zustand und wettert über alle her, denn die sind schuld an seiner Situation – nein er sicher nicht! Gut zu wissen ist, dass John schon vor dem Autounfall ein Säufer, ein Versager und ein absoluter Nichtstuer war. Zu dieser Zeit war seine Mutter an seinem Versagen schuld, sie wollte ihn ja nicht und hat ihn nach der Geburt weggeben. So glaubt man zu erahnen wie dieses Drama weitergeht 50-50/gut-schlecht? Da dieser Film auf einer wahren „Lebens-Geschichte“ beruht geht es also auf steinigem Weg von einem traumatisierten in ein neues Leben.

Hier beginnen die Klischees, die jedoch von den guten Schauspielern, so unfassbar gut gespielt werden, dass es nicht so schlecht rüber kommt (sorry). Da gibt es also die liebevolle schwedische Therapeutin – die bringt John wieder zum Lachen; dann kommen die AA Treffen, dort hört er Donnie und will ihn als Sponsor; da gibt es den Betreuer, der ist wohl auch Alkoholiker aber vor allem ein Messi und zeigt seinen Frust mit absoluter Wucht. Er schliesst John ein, lässt ihn in seinen verkackten Kleidern um eine Dusche betteln und vieles „Böses“ mehr. Denn jeder im Rollstuhl ist dauernd jemandem ausgeliefert – oh ja, da gibt es auch noch die „Sozial-Bürokratin“ – echt Leute, ich möchte so was nie erleben.

Jeder Süchtige hat irgendein AHA-Erlebnis zum Erzählen, wenn er es denn mal geschafft hat. Bei John war es die „Geister-Hand“ seiner Mutter und Ihre „Erscheinung“. Päng – ab geht’s zum clean werden. Gruppen- und Einzelgespräche prägen den Film auf höchstem Niveau – ok ich liebe Phoenix – und nun auch #JonahHill (meines Erachtens seine beste Rolle ever – sonst sah ich ihn immer in so deppen Rollen) – fantastisch. Viele Gespräche – eigentlich nichts Neues zum Clean werden – man muss es halt einfach tun und nur noch Wasser trinken… So ganz nebenbei fängt John noch mit seinen bitter-bösen, sarkastischen Cartoons an – auch hier 50-50/gefällt oder eben nicht. Das „neue“ Leben nimmt seinen Lauf bis Callahan mit 59 stirbt.

Gus van Sants bringt diese aussergewöhnliche Biografie wundervoll und dank den Schauspielern Bildstark auf die Leinwand. Einziges ? ist die Rolle von Annu! Sie repräsentiert alle Frauen, die in Callahans Leben gespielt haben– warum nur? Es hinterlässt einen etwas schalen Geschmack – zumal er ja nicht „eben“ auch noch die grosse-ewige Liebe gefunden hat.

Ich gebe diesem Film 4.5 von 5 Punkten. Kinostart: 16. August 2018 (Filmcoopi Zürich) copy right (Fotos & Video)