Ich bin ein Bally-Kind. Meine Mutter kaufte schon früh immer Bally Schuhe und Bally Taschen, später auch Kleider. Wir wohnten in Wohlen und hatten das Privileg, dass es in Dottikon (AG) einen Fabrikverkauf gab, später fuhren wir auch alle nach Schönenwerd. Hätte ich nach dem Tod meiner Mutter (2016) gewusst, dass es eine Bally Ausstellung gibt, hätte ich wohl alles behalten und dem Firmenarchiv übergeben. Tja, was soll`s zu spät. Auch hatten die Kuratoren genug von Bally zur Verfügung, sie konnten aus 30 000 Schuhen auswählen. Wow. Wenn man also in die Ausstellung tritt gibt es links eine Zeitreise, dargestellt mit 200 Schuhen – einfach paradiesisch für eine Schuhfetischistin wie mich. Die Ausstellung beherbergt über 800 Exponate des 1851 gegründeten Unternehmens.

In verschiedenen Räumen durchläuft die Besucherin der Besucher die verschiedenen Etappen der Schuhherstellung: Entwicklung, Produktion, Vermarktung im Verlauf der Jahrzehnte. Carl Franz Bally entschied sich wohlgemerkt schon 1851, trotz der Widerstände der Schuhmacherzunft, die Herstellung von Schuhen in einzelne Arbeitsschritte aufzuteilen und diese durch Maschinen auszuführen. Das war damals revolutionär und vor allem nennt man das heute Innovativ. Pionier war er auch im Vermarkten, so sieht man die 1. Plakate (uns mehr) aus dem Jahr 1910. Nehmt euch für die Ausstellung genug Zeit und evtl. an einer Führung, einem Gespräch, einem Workshop teilnehme: Programm hier. Schade ist natürlich, dass auch Bally KEINE Schweizer Firma mehr ist, wie viele so tolle Firmen aus der Schweiz.

Bally – Das Geschäft mit dem Schuh, Museum für Gestaltung (Toni-Areal Zürich), 13.3. bis 11.8.2019 erhält von #InTheGrid 4.5 von 5 Punkten.